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Die Bad Schandauer Hochwassertour

Station: Triften auf der Kirnitzsch

Standort: Bindehaus an der Mündung

Hier beginnt der die Kirnitzsch begleitende Flößersteig. Im 15. Jahrhundert stieg durch den Ausbau des Bergwerks- und Hüttenwesens im Erzgebirge der Holzbedarf in Sachsen enorm an. Die Reserven waren bald erschöpft.
Für den zusätzlichen Brennstoffbedarf der kurfürstlichen Städte Dresden und Meißen (vor allem für die Porzellanmanufaktur) wurde auf die umfangreichen Waldbestände der Sächsischen Schweiz zurückgegriffen.

Flößen an der ElbeNur zwei Mal pro Jahr, wenn die Kirnitzsch aufgrund von Hochwasser genügend Wasser führte, konnten die gefällten Baumstämme im Kirnitzschtal getriftet und an der Mündung zu Flößen gebunden werden. Der Name des 1567 entstandenen Bindehauses des kurfürstlichen Floßmeisters erinnert daran.

Für ein Triften der Holzstämme war das regelmäßige Winterhochwasser der Kirnitzsch ein erwünschtes Naturereignis. Mit dem Bau von Stauanlagen im 16. Jahrhundert konnte der Hochwassereffekt künstlich erzeugt werden. Das bekannteste Stauwerk ist die Obere Schleuse bei Hinterhermsdorf. In der Mitte des bis dahin immerhin 23 km langen Weges entstand eine zweite Stauanlage, die Niedere Schleuse.


Flößen an der ElbeUnterwegs dienten zahlreiche Floßrechen (sogenannte »Schutze«) der etappenweisen Kontrolle der Stämme. Die Flößer hatten entlang des Flößersteiges dafür zu sorgen, dass sich verklemmende Stämme wieder frei kamen. Ein gesamter Floßvorgang nahm acht bis zehn Tage in Anspruch!

Vor der damals tief einschneidenden Kirnitzschmündung wurde während des Floßbetriebes ein »Binderechen« aufgestellt, so dass ein abgeschlossener Bereich (70 x 50 m) entstand, aus dem kein Holz entweichen konnte. An der Bindung wurden mittels »Wieden« (junge zusammengedrehte Fichtenäste) Flöße von bis zu 9 m Breite, 1,5 m Dicke und 130 m Länge zusammengebunden. Diese gingen dann Richtung Dresden auf die Reise.


Der normale Wasserstand der Kirnitzsch würde ein Flößen gar nicht zulassen, nur durch die geschickte Ausnutzung des Hochwassers war der wirtschaftliche Transport des Holzes möglich.


Zusatzinformationen:
Der Lehrpfad Flößersteig erläutert auf 92 Stationen die Einzelheiten des Holz-Triftens im romantischen und landschaftlich schönen Kirnitzschtal.
Die 700 m lange Stauanlage der Oberen Schleuse kann mittels Booten erkundet werden.