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Die Bad Schandauer Hochwassertour

Station: Sturzwasser aus der Ebenheit

Standort: Bahndamm, Anwesen Richter

Das Elbtal zeigt linkselbisch nicht ganz so steil ansteigende Wände wie auf der Postelwitzer Seite. Die Ansicht des bewaldeten Steilhangs ist allerdings trügerisch, denn unter der Vegetation befinden sich viele alte verfallene »Bauern-Steinbrüche« mit ihren Abraumhalden. Auf der darüber befindlichen Reinhardtsdorfer Ebenheit wich die frühere Bewaldung im letzen Jahrhundert einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung.

Bei starken Regenfällen wird so innerhalb kurzer Zeit das Oberflächenwasser der Ebenheit in unkontrollierbaren Sturzbächen ins Tal abgeleitet.

Bahngelände

Durch den Eisenbahnbau 1850 und die Erweiterung als Rangierbahnhof Schandau Ost in den 1960er Jahren wurde zusätzlich die Verbindung zwischen Hang und Elbe auf wenige Bahndurchlässe reduziert. An diesem Standort wurde das Hangwasser in ein Rohr mit einem Durchmesser von nur 30 cm eingeleitet.

In der Folge gab es in den letzten 30 Jahren vier schwere Sturzwasserkatastrophen, bei denen das Wasser Schutt und Geröll bis ins Tal mitriss, die Bahndurchgänge verstopfte, zum Teil die Gleisanlagen zerstörte und die dahinter liegenden Anwesen mit einer Schlammflut überdeckte.


Durchlass am Elbdamm vor der PrallwandIm Rahmen eines Modellprojektes wurden die Vorgänge in Verbindung mit den Sturzwässern untersucht und dokumentiert. Schwerpunkt war die Analyse der Entstehung von Sturzwässern auf der Reinhardtsdorfer Ebenheit durch mehrere Anwendungen des Bodenerosionsmodells EROSION-3D. Möglichkeiten zu einer Verringerung des Abflusses bestehen u. a. durch die Optimierung der landwirtschaftlichen Bearbeitung zur Verbesserung der Versickerungsfähigkeit des Bodens sowie durch die Anlage eines Rückhaltebeckens an der Hangkante der Ebenheit. Das Wasser soll dann kontrolliert in der Blose, einer vorhandenen Rinne, die früher dem Abtransport von Holz oder Sandstein diente, am Hang abfließen und am Bahndurchgang abgeleitet werden.




Folgende Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Katastrophen wurden bereits umgesetzt:

  • Bau eines neuen Abflussbeckens am Bahndurchlass, das auch bei mitgerissenem Schlamm und Geröll noch das Wasser abfließen lässt
  • Erweiterung des Entwässerungsrohres unter dem Elbweg von 30 auf 100 cm Durchmesser
  • Ungehinderter Ablauf zur Elbe mit Prallwand