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Die Bad Schandauer Hochwassertour

Station: Vergessene Seitentäler

Standort: An der Schule

Das seit 2001 nicht mehr als Mittelschule genutzte Gebäude war nach dem Hochwasser 2002 Stützpunkt der Hilfsorganisationen. Nur hier stand genügend Platz für die Hilfsfahrzeuge zur Verfügung. Gleichzeitig war dies der noch am längsten befahrbare Platz des Dorfes. In seiner weitesten Ausdehnung drang das Hochwasser bis hierher vor, der Schulvorplatz stand ca. 1m unter Wasser.


Hier zeigt sich, wie weit das Wasser durch den Rückstau vordringt - die Talsohle zieht sich relativ flach von der Elbe bis weit ins Dorf (Markierung im Bächelweg, Nr. 18). Am Hang stehende Häuser werden dadurch von der Außenwelt abgeschnitten, die Medien funktionieren nicht mehr, obwohl die Grundstücke eigentlich hochwasserfrei sind. Strom und Telefon werden schon bei viel geringerem Wasserstand abgestellt. Wasser- und Abwassersysteme werden unbrauchbar, da der Strom abgestellt ist. Zunehmend versuchen die Anwohner deshalb, sich vom Stromnetz unabhängig zu machen, z. B. durch Notstromaggregate. In den letzten Jahren vermehrt auf den Dächern installierte Solaranlagen tragen zur Reduzierung des Verbrauchs von fossilen Brennstoffen bei.

Gerade die durch das Wasser hochgetriebenen und leckgeschlagenenHeizöltanks bzw. deren ausgelaufenes Öl waren– zusätzlich zur Verschmutzung der Umwelt – auch für die Gebäude sehr problematisch. Durch die lange Standzeit des Hochwassers drang das Öl tief ins Mauerwerk ein. So verseuchte Gebäudeteile können dann nur noch abgebrochen und als Sondermüll entsorgt werden. Gleichzeitig löst sich Isolierschaum, z.B. Trittschalldämmung unter Estrichböden, unter der Einwirkung von Öl komplett auf, was dann den Zusammenbruch der Konstruktion zur Folge hat.


Dass die enorme Wassermenge im Tal, die mehrere Tage nicht abfließen konnte, zum erheblichen Teil versickerte, stellte sich im Nachhinein als sehr problematisch heraus. Der Grundwasserspiegel stieg 2002 noch ein halbes Jahr an und befand sich in der Folge mehrmals knapp unter der Erdoberfläche. Oftmals erst mehrere Jahre nach dem Hochwasser auftretende Schäden, wie z.B. das Absacken im Fundamentbereich von alten Häusern oder die Überschwemmung von Grundstücken bei starkem Regen, stehen damit in ursächlichem Zusammenhang.