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Die Bad Schandauer Hochwassertour

Station: Die Schifferfastnacht in Postelwitz

Standort: Fähranleger / Überfahrt

Schon seit dem 17. Jahrhundert wurde in den Postelwitzer Steinbrüchen Sandstein gebrochen und in Steinkähnen auf der Elbe abtransportiert. So arbeiteten die Postelwitzer zumeist entweder als Steinbrecher oder Schiffer. Die Arbeit in den Steinbrüchen war hart und gefährlich. Die so genannten Hohlmacher unterhöhlten eine Sandsteinwand bis auf wenige Stützpfeiler, dann wurden diese gesprengt, so dass die Wand Richtung Elbe auf ein Bett aus Abraum (Horzel) umkippte. Die Gesteinsbrocken wurden z.B. zu Quadern verarbeitet und dann direkt auf die Schiffe verladen.

Die barocken und klassizistischen Bauwerke Europas verbrauchten Unmengen an Sandstein, welcher über die Elbe leicht verschifft werden konnte. Ein Abbau des Sandsteines fernab der Elbe wäre aufgrund des Transportproblems nicht möglich gewesen.

ElbübergangAber die Lage brachte für das Schifferdorf auch große Nachteile: Im Frühjahr und Herbst hatte man mit Hoch- oder Niedrigwasser zu kämpfen, im Winter verhinderte Eis die Schifffahrt, häufig fror der Fluss sogar zu. Dies brachte die Schifffahrt, welche ja eine wichtige Erwerbsquelle war, zum Erliegen. In dieser Ruhezeit entstand die traditionsreiche Postelwitzer Schifferfastnacht: Im Winter fertigten die Schiffer die Kostüme für ihre so genannten »Rollen«, in denen dann im Frühjahr mit einem Umzug der Winter ausgetrieben wird. Argwöhnisch beobachteten die Bewohner den Eisgang der Elbe. Die bei Tauwetter flussabwärts treibenden Eisschollen können sich gerade vor Brücken zu gefährlichen Hindernissen auftürmen. Der Rückstau überflutet dann in kurzer Zeit die Ufer.


Der Umgang mit einem Baudenkmal erfordert zusätzliche Kompromisse: Historische Baustoffe, wie ein Holzfachwerk, können nicht einfach durch Stahlbeton ersetzt werden. Damit wird zwar Hochwassersicherheit erreicht, das Denkmal ist aber zerstört.

Die Bundesstraße im August 2002Auch die heutigen Bewohner müssen mit dem Hochwasser leben: Als im Sommer 2002 das Wasser immer weiter stieg, zogen sich die Sportbootbesitzer des Postelwitzer Yachtclubs mit ihren Booten immer weiter zurück, am Ende lagen die Boote über der Bundesstraße am Geländer der Schule vertäut. Bei sinkendem Wasser wurden sie wieder Zug um Zug zurückgebunden, ohne dass eines der Boote zu Schaden kam.


Zusatzinformationen:
Informationen zur Postelwitzer Schifferfastnacht vom Fortuna Schifferverein Postelwitz e.V.: www.schifferverein-postelwitz.de