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Die Bad Schandauer Hochwassertour

Station: Die Kirche, Wehrturm für Notzeiten

Standort: Marktplatz

Die Pfarrgemeinde existiert seit 1459. Gegen Ende des 30jährigen Krieges wurde der Glockenturm 1645 als Wehrturm errichtet. Er sollte als Schutzraum für die Einwohner der Stadt dienen. Der große Stadtbrand 1704 zerstörte Kirche, Pfarrhaus und Glockenturm. In Postelwitzer Sandstein wurde die Kirche wieder aufgebaut und 1709 eingeweiht, 1711 bekam der Wehrturm die laternenbekrönte Barockhaube.
Altar nach dem Hochwasser
Nachdem das Hochwasser 1845 das Kircheninnere stark zerstörte, erfolgte 1876/77 eine grundlegende Neugestaltung mit hölzerner Kassettendecke, einstöckigen Emporen und farbigen Fenstern im Altarraum. Im Rahmen dieser Baumaßnahme wurde der neue Sandsteinfußboden mit einer Neigung Richtung Ausgang eingebaut, um nach einem Hochwasser das Wasser besser abfließen zu lassen.


Besonders wertvoll ist der zweigeschossige Renaissancealtar aus Sandstein, den der Dresdner Bildhauer Hans Walther 1574-79 ursprünglich für die Dresdner Kreuzkirche schuf.

Durch das Hochwasser 2002 wurde die gesamte Inneneinrichtung in Mitleidenschaft gezogen. Erst 2004 konnte die sanierte Kirche mit neuem, mobilem Gestühl wieder eingeweiht werden. Die alten Bänke, fest montiert auf Holzpodesten, wurden nicht mehr eingebaut.


Das bewährte sich im Frühjahr 2006, als das Hochwasser wieder 30 cm hoch im Kirchenschiff stand. Die Stühle konnten schnell und mit wenig Mühe auf die Emporen getragen werden.

Die Hochwassermarken innen an der Kirchenpforte zeigen die Wasserstände vergangener Katastrophen.

Heute ist der Pegelstand in Schöna auch für Bad Schandau die Grundlage der amtlichen Vorhersagen und der Alarmstufen des »Hochwasseralarm- und -einsatzplanes des Landkreises Sächsische Schweiz«.

In der Kirche
So weiß man, dass ab einem Schönaer Pegelstand von 7,50 m der Marktplatz überflutet wird. Dies entspricht Alarmstufe 4 und ist zugleich der kritische Pegel für die Kirche, denn diese wird über den Platz evakuiert. Ab 8,50 m Pegelstand wird der Pfarrgarten geflutet, dann muss die Heizung in den Bodenschächten bereits ausgebaut und evakuiert worden sein. Alle sonstige Technik, welche nicht wegen ihrer ursächlichen Funktion im gefährdeten Bereich liegen muss, wurde nach der Vernichtung 2002 im Turm auf dem Höhenniveau der Emporen neu installiert.

Einweihung der Kirche mit Kinderreigen zum Thema Hochwasser



Zusatzinformationen:
Ein Faltblatt mit kurzer Beschreibung der Sehenswürdigkeiten liegt in der Kirche aus.
Gottesdienste und das Programm des Internationalen Bad Schandauer Orgel- und Musiksommers unter: www.kirche-bad-schandau.de