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Die Bad Schandauer Hochwassertour

Station: Von der Industrie- zur Kurstadt

Standort: Kulturstätte

In der Zeit der Romantik bot die Sächsische Schweiz ideale Landschaftsformationen für die großen romantischen Maler, wie z.B. Caspar David Friedrich.

Auf den Spuren der Maler folgten die Touristen. Schandau erkannte frühzeitig diesen neuen Markt. Beim Kurtourismus des 19. Jahrhunderts ging es um die Flucht vor der durch Industrie und Kohleheizungen verpesteten Stadtluft, um das Wandern in der freien Natur und Körperertüchtigung an der frischen Luft.

Im Bereich des romantischen Kirnitzschtales, bisher Standort und Lager der holzverarbeitenden Industrie, entstanden 1799 das erste Badehaus, das »rote Flößgen«, aufgrund einer Eisenquelle und im frühen 19. Jahrhundert dann die ersten Logierhäuser für Kurgäste.


1839 wurde ein Promenadenweg, die heutige Badallee, zum Mineralbad angelegt. Villen und öffentliche Restaurants entstanden in der Folgezeit, während auf der rechten Seite der Kirnitzsch noch bis 1939 die Stadtmühle arbeitete. Die ehemaligen Lager und Industriegebiete waren günstiges Bauland, hatten allerdings einen entscheidenden Mangel: Trotz der Entfernung zur Elbe liegt das Gebiet an der Kirnitzsch-Mündung auf sehr niedrigem Niveau, schon bei mäßigem Elbhochwasser ist die Badallee überflutet.

Noch heute ist an den ausgeprägten Sockelgeschossen der alten Gebäude erkennbar, dass man deren temporäre Überschwemmung aufgrund der Einkommensmöglichkeiten durchaus hinnahm.


An der tiefsten Stelle der Badallee liegt die Kulturstätte. 1923 entstand hier das Etablissement Hegenbarth mit Saal. Ab 1940 als Heimatmuseum mit den »Parksälen« genutzt, standen die Gebäude im August 2002 bis ins 1. Obergeschoss unter Wasser. Das Museum im Erdgeschoss wurde komplett zerstört. Nach dem Wiederaufbau wurde das Gebäude 2006 erneut überflutet, der Wasserstand reichte allerdings zum Glück nur 5 cm über das Fußbodenniveau. Die Ausstellung war diesmal schon vorher komplett abgebaut worden.

Lernen aus Erfahrung - nach dem Hochwasser muss die Nutzung von betroffenen Gebäuden überdacht werden. Ein Sockelgeschoss in diesem Bereich kann nur temporär und flexibel genutzt werden. Im Falle des Museums finden im Erdgeschoss z. B. nur temporäre Sonderausstellungen statt, so dass eine schnelle Demontage des Inventars erfolgen kann.


Zusatzinformationen:
Museum Stadt Bad Schandau, Badallee 10
Öffnungszeiten unter www.bad-schandau.de