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Die Bad Schandauer Hochwassertour

Station: Bauliche Hochwasservorsorge

Standort: Mühlplatz Krippen


Mit dem Bau der Eisenbahn 1850 wurde das Elbtal längs geteilt. Der eigentliche Ortseingang von der Fähre aus wurde vom Ortskern im Krippenbachtal abgetrennt. Einerseits brachte die Eisenbahn größtenteils das Aus für die landwirtschaftlich genutzten Elbauen Krippens, da weite Teile überbaut wurden, andererseits rückte die Landeshauptstadt für die Einwohner in greifbare Nähe. Hierdurch veränderte sich die Struktur des Ortes stark. Es gab über 50 Handwerksbetriebe, die nun ihre Waren ohne Probleme bis nach Dresden verkaufen konnten.

Am Mühlgraben
Das Wasser des vom Krippenbach abgezweigten Mühlgrabensystemstrieb vier Mühlen an. Leider gibt es diese nur noch dem Namen nach, die Vordermühle zeigt aber noch die steinernen Bögen in der Fassade. Dahinter befand sich die Radstube mit dem Wasserrad. Die wichtige Kreuzung am Ortseingang wurde durch ihre tiefe Lage aufgrund des Bahndurchgangs schon bei einem 10-jährigen Hochwasser überflutet. Nur durch mobile Hochwasserstege konnte eine Verbindung zu den abgeschnittenen Vierteln hergestellt werden.

Alte Schlosserei Auf dem Platz stand bis 2006 die alte Schlosserei Pöche, die im Hochwasser stark zerstört und später abgebrochen wurde. Durch die geschaffene Platzerweiterung war es mit Hilfe von Fördermitteln der Europäischen Union, des Freistaates Sachsen und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt möglich, den Platz so umzugestalten, dass eine Umfahrung der tiefen Bereiche möglich ist, ohne die Durchfahrtshöhe einzuschränken. Gleichzeitig wurden große Flächen entsiegelt, um die Versickerungsfähigkeit des Bodens zu erhöhen.

Pumpwerk



Auf dem Parkplatz nebenan steht das Hauptpumpwerk des Abwasserzweckverbandes. Solche Pumpwerke sind vor allem in ländlichen Gebieten nötig, wenn Abwässer über weite Strecken nicht mehr selbstständig ablaufen oder aufgrund von Höhenunterschieden gepumpt werden müssen. Sie liegen normalerweise unterirdisch und sind nur durch einige Kanaldeckel erkennbar.


Durch das Hochwasser 2002 wurde die bestehende Planung umgeändert. Das Pumpwerk wird bis auf eine Höhe, die über dem Hochwasserstand von 2002 liegt, von einer Wanne aus wasserdichtem Stahlbeton umschlossen, so dass die Technik bei Hochwasser nicht mehr zerstört wird. Mit Hilfe eines Notstromaggregats kann der Kanal des nicht überschwemmten Hinterdorfes unabhängig von den Elbgebieten noch abgepumpt werden.


Am Ablassschacht, aus gestalterischen Mitteln mit Turmhaube gebaut, wird der Versuch unternommen, den aus der Schmiede ausquartierten Mehlschwalben einen neuen Nistplatz zu bieten.


Zusatzinformationen:

Kreuzung mit Themenweg Sonnenuhren: www.sonnenuhrenweg.de