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Die Bad Schandauer Hochwassertour

Station: Elbauen kontra Flussregulierung

Standort: Treidelpfad

Im Bild »Hof an der Elbe« fällt besonders die bewegte Uferlinie auf, der Fluss war noch nicht begradigt. Das Land steigt stetig an, die Wiesen verlieren sich im Wald. Es gibt noch keine Dämme oder ausgebauten Wege, lediglich der Treidelpfad erinnert an die mühevolle Arbeit der Treidler, der Schiffszieher.

historische Zeichnung von TreidelpfadIn Erinnerung daran veranstaltet Krippen alljährlich zu seiner Kirmes einen Treidelwettbewerb, bei dem Mannschaften darin wetteifern, eine Schute so schnell wie möglich zu beladen und stromauf zu ziehen. Der „König“ zieht vorne weg und gibt den Takt an, der Letzte verantwortet das Zugseil und hebt es über Hindernisse wie Sträucher und Felsen – keine leichte Aufgabe, welche wir heute nachstellen müssen, denn die Buchten und Bögen des Flusses sind verschwunden.

Kettendampfer

Mit der Technisierung im 19. Jahrhundert zog Geradlinigkeit entlang der Flussläufe ein. Zuerst 1850 mit dem Bau der Eisenbahn, deren Geleise auf gleicher Höhe schnurgerade das Uferland durchziehen. Dann folgte die Begradigung der Uferkante mit durchlaufender Höhenfassung zum Anlegen der Schiffe, begleitet von einem Weg oder einer Strasse auf einem Damm am Rande des Hochwasserbettes. Dieser Ausbau zu einer Schifffahrtsstraße verkürzt zwar die Wege, beschleunigt aber auch die Fließgeschwindigkeit des Wassers.
Sandsteinblöcke am Elbradweg
Keine Unebenheiten mehr, welche den Wasserfluss bremsen, keine Buchten, in welchen Wirbel entstehen, keine Flussbögen stromauf: Wenn es dort im Böhmischen Becken zu Starkniederschlägen kommt, wird das Wasser zügig abgeführt und steigt im einzigen Abfluss, dem Elbtal im Sandsteingebirge, auf verheerende Höhe an.


Wie Wächter stehen zwei mächtige Sandsteinblöcke mit Anbinderingen rechts und links vom Elberadweg östlich der Ziegelscheune. Am Treidelweg unterhalb des Gasthauses sieht man solche Ringe zum Festmachen der Schiffe, eingelassen in eben solchen Blöcken in der Sandsteinbefestigung des Dammes.

Zusatzinformationen:
Die Wanderung folgt nun der Dammkrone der Schiffsanlegestelle – sie ist hier als »Treidelpfad « ausgeschildert – zurück bis zum Fähranleger.
Der Rundgang geht nach dem Übersetzen mit der halbstündig verkehrenden Fähre auf der Postelwitzer Seite weiter.