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Die Bad Schandauer Hochwassertour

Station: Be- und Entsiedlung der Stadt

Standort: Post-/Kirchstraße

Wie schon erwähnt, erfolgte die Gründung Schandaus im Gebiet um die Post-/ Kirchstrasse. Durch den in Richtung Elbe gelegenen Markt veränderte sich im 19. Jahrhundert die Stadtstruktur. Die Elbansicht und damit die Hotels der Marktzeile wurden zum touristischen Anziehungspunkt und auch die Händler und Dienstleister zogen nach. Bis August 2002 lagen die wichtigen Geschäfte am und um den Marktplatz, die Poststraße war ein eher zurückgezogener Standort.

Durch das Hochwasser 2002 besann man sich deren Vorzüge, viele Geschäfte zogen in die hochwassersicheren Lagen. Erst mit der Wiedereröffnung des neuen Hotelkomplexes am Markt 2007 zeigt sich erneut, dass – wie schon im 19. Jahrhundert – der touristische Anreiz doch größer ist als das Risiko Hochwasser. Der Marktplatz ist nun einmal die 1A-Lage des Ortes.

Während ein Pächter, sofern er sein Inventar vor der Flut retten konnte, einfach den alten Laden aufgab und mit relativ geringen Verlusten woanders neu eröffnete, standen die Eigentümer eines Ladens - oftmals alte Familienbetriebe - vor dem Ruin, da hier meist Geschäft und Wohnung im eigenen Haus vereint untergingen.

»Kopprasch's Bierstüb´l« gehört zu den ältesten Anwesen von Schandau, Teile des Hauses stehen seit 1459 und haben bereits einige Hochwasser gesehen. Deswegen waren die ersten Gedanken von Herrn Kopprasch nach dem Hochwasser 2002, als er am ersten Tag nach der Freigabe das Haus betrat: »Haben die Deckenbalken gehalten?« Am zweiten Tag kam die Verwandtschaft, dann waren es täglich mehr und mehr Helfer. Ganze Schulklassen standen plötzlich vor der Tür und boten Mithilfe an. Herr Kopprasch kannte kaum einen der Helfer und hatte nach deren Abreise leider weder Namen noch Adressen. Die Hilfsbereitschaft war überwältigend.

Der Wiederaufbau des Hauses erfolgte so, dass ein erneutes Hochwasser, wie es ja 2006 auch eintraf, nur mehr geringen Schaden anrichten kann: z.B. gibt es im Erdgeschoss keine Vorwandmontagen bei den Sanitäranlagen mehr. Alle Stromkreise wurden so installiert, dass das Erdgeschoss separat abgeschaltet werden kann, die Leitungen für eine neue Heizungsanlage wurden ins Dachgeschoss verlegt. Alle Einbauten und Möbel (Theke, Küche) können binnen acht Stunden ohne Mithilfe von Fachleuten oder Firmen abgebaut und schnell abtransportiert werden.

Ein neuerliches Hochwasser kann sicher nicht verhindert, der angerichtete Schaden durch vorsorgliches Umbauen aber minimiert werden.