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Die Bad Schandauer Hochwassertour

Station: Bedeutung der Elbe für die Stadt

Standort: Getreideschütthaus, Elbkai


Bad Schandau:
Nach ersten slawischen Stämmen erfolgte im 13.- 14. Jahrhundert eine erneute Besiedlung der Region durch deutsche Handwerker und Kaufleute. Maßgeblich für die Platzwahl war die Elbe als wichtiger Verkehrsweg zwischen dem Königreich Böhmen und der Mark Meißen. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt Schandau erfolgte 1430. Der Ort gehörte damals zum Königreich Böhmen, ab 1443 kam er dann in die Lehnshoheit der sächsischen Kurfürsten.

Die erste Ratsverfassung von 1479 enthielt folgende Festlegungen:
Gerichtsbarkeit und Markt, Betreiben einer Fähre, Wappen mit Elbkahn und Segel, Erlaubnis zum Ein- und Ausschiffen von Waren bzw. deren Lagerung.
Folgende Güter durften verladen werden: Stromabwärts: Böhmische Waren, wie Holz, Getreide, Wein und Obst.
Stromaufwärts: Hamburger Waren, wie Südfrüchte, Öl, Petroleum, Heringe, Salz.


Hauptzollamt 1913 (rechts)
Die unterschiedlichen Nutzungen entsprachen der Hochwassergefährdung; im Erdgeschoß (durchgehendes Gewölbe) lagerte Wein, in den drei Oberböden Getreide.

Eine spätere Nutzung erfolgte als Zollamt, heute als Wohnhaus.

Ursprüngliche Nutzung als Getreideschütthaus, also eine Zwischenlagerung vor dem Weitertransport.
Lastkähne auf der Elbe

Heute noch erkennbar sind die festungsartigen Hafenmauern des ehemaligen Hauptzollamts, gebaut als Bollwerk gegen Hochwasser und als Schutz vor dem gefürchteten Eisgang. Zu sehen sind auch noch die Ringe zum Vertäuen der Schiffe, wenn das Wasser bis an die Mauern reichte. An der Elbseite der Mauer befindet sich die historische Hochwasserskala mit Wasserstandspegel, das Hochwasser von 2002 ist aufgrund der damaligen Höhe hier nicht ablesbar (4 m über dem Standort!)





Aus der Geschichte wird die Bedeutung des Flusses für die Stadt klar:
In früheren Jahrhunderten bildete die Elbe erst die wirtschaftliche Grundlage für eine Ansiedlung. Befahrbare Straßen befanden sich nur auf den Anhöhen, große Lasten konnten nur auf dem Wasserweg transportiert werden. Die zerstörerische Gefahr des Wassers und Eises war unseren Vorfahren durchaus bewusst, eine sichere Lage auf den Höhen war allerdings zu abseits und damit wirtschaftlich nicht profitabel.