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Die Bad Schandauer Hochwassertour

Einführung: Hochwasser

Nach schweren Hochwassern im 19. Jahrhundert wurden im Gebiet der heutigen Tschechischen Republik Rückhaltebecken gebaut. Die Anrainer des oberen Elbtales wähnten sich daraufhin über 150 Jahre in Sicherheit. Die schönen Elbauen, welche sich ab der Grenze durch ganz Sachsen ziehen, wurden zu begehrtem Bauland, verwilderten bzw. wurden zur Freizeitlandschaft.

Hochwasser 2002Im August 2002 waren weite Teile des Freistaates Sachsen von einer Hochwasserkatastrophe bisher nicht gekannten Ausmaßes betroffen. Die Katastrophe nahm ihren Anfang durch eine so genannte Vb-Wetterlage. Starkniederschläge von bis zu 300 Millimetern innerhalb von 24 Stunden im Osterzgebirge und dem Böhmischen Becken flossen schnell und zerstörerisch über die Gebirgsflüsse ab. Die Elbe und ihre Zuflüsse Moldau und Eger sammelten die Wassermassen und führten sie über mehrere Tage mit Rekordpegelständen und verheerenden Überflutungen durch ihre Täler.
Die Hochwasserkatastrophe von 2002 war kein Einzelfall, wie die Geschichte, aber auch das erneute Hochwasser im April 2006 zeigt. Das Zusammenleben mit dem Fluss muss überdacht werden, nachhaltiger Hochwasserschutz und Hochwasserprävention haben im Freistaat Sachsen daher eine sehr hohe Priorität.

Der Höchststand am 16. August 2002 in Bad Schandau entsprach einem Wasserstand von 9,78 m über dem bisherigen
Mittelwasser (dem durchschnittlichen Wasserstand der Elbe).


Aufräumarbeiten in KrippenWie aber gehen die betroffenen Menschen vor Ort mit diesem Problem um? Hochwasser bedeutet für eine Stadt und ihre Bewohner mehr als nur immer wiederkehrend „nasse Füße“ und vollgelaufene Keller. Hochwasser verursacht Sachschäden und persönliches Leid, legt den Verkehr, die Wirtschaft und den Tourismus lahm.

An Hochwasser kann man sich auch als Anwohner nie wirklich gewöhnen, aber man kann und muss lernen, mit dem Naturereignis und seinen Folgen umzugehen.

In dieser Dokumentation soll anhand anschaulicher Beispiele gezeigt werden, wie sich die Menschen in Bad Schandau und Krippen früher mit dem Fluss und seinen wechselnden Wasserständen auseinander gesetzt haben, wie sie heute ihr Leben am Fluss darauf einrichten und was sie zur Vorbeugung unternehmen.

Hochwasser sind an sich wetterbedingt natürliche Ereignisse mit wichtigen ökologischen Funktionen. Die Eingriffe des
Menschen in die Natur, die der Schaffung von Wirtschafts- und Siedlungsflächen als auch der Schiffbarmachung der
Flüsse dienen, begünstigen jedoch die Entstehung von Hochwasser.


Vor allem die Versiegelung des Bodens, der Verlust natürlicher Überschwemmungsgebiete und die Veränderung des
Abflussverhaltens der Gewässer haben gravierende Auswirkungen auf den natürlichen Wasserkreislauf.
Dieser steht mit der Entstehung von Hochwasser in komplexem Zusammenhang.


© Bayerisches Landesamt für Umwelt


Trifft Regen auf die Erdoberfläche, verdunstet ein Teil direkt, ein weiterer Teil versickert im Boden und trägt zur Grundwasserbildung bei. Das Wasser, welches nicht ausreichend versickern und damit zurückgehalten werden kann, z.B. weil keine Pflanzenbedeckung mehr vorhanden ist, fließt ungehindert an der Oberfläche ab.

Ist das Volumen des aufnehmenden Gewässers erschöpft, tritt es über seine Ufer - es kommt zur Überschwemmung, Hochwasser ist die Folge.

Im Jahresverlauf treten vorrangig zwei Arten Hochwasser auf. Relativ häufig sind Winterhochwasser. Sie entstehen, wenn

durch Tauwetter und Schneeschmelze viel Oberflächenwasser anfällt, das der noch gefrorene Boden nicht aufnehmen kann.

Sommerhochwasser werden von extremen Regenfällen ausgelöst, die innerhalb kurzer Zeit die Bäche und Flüsse anschwellen

lassen.

Während Winterhochwasser an der Elbe in erträglicher Höhe fast jedes Jahr zu verzeichnen sind, gibt es Sommerhochwasser -

wie das im August 2002 - zum Glück extrem selten.

Zusatzinformationen:

www.umweltbundesamt.de

Broschüre »Was Sie über vorsorgenden Hochwasserschutz wissen sollten«,

Dessau 2006

www.wasser.sachsen.de

Informationen zur sächsischen Hochwasserschutzstrategie